Brauchtum

Die Muotathaler Bevölkerung ist verbunden mit dem kirchlichen und weltlichen Brauchtum der Jahreszeiten, aber auch mit der Tradition allgemein. Viele Bräuche stehen im Zusammenhang mit dem bäuerlichen Leben im Tal und auf der Alp. So beginnt das Jahr mit den Trychler, die an Neujahr und Dreikönigen wie eine Lawine durch die Strassen des Dorfes strömen, um an den wichtigen Plätzen drei Mal den Kreis zu schliessen. Sie werden von Geisslechlepfer begleitet, die das Dröhnen der Trychle mit ihrem Knallen noch übertönen.

Die Muotathaler Fasnacht lebt von spontanen Einzel- und Gruppenmasken, kennt keine Normierungen in der Bekleidung. Am Schmutzigen Donnerstag findet die Rott statt, welche von einer Gruppe Tambouren angeführt wird. Der Güdelmändig steht ganz im Zeichen der Beizenfasnacht und der Maskenprämierung. Ebenfalls am Güdelmändig versammelt sich das Volk zum Vortrag des Schnitzelbank. Am Güdelzischtig Nachmittag verschenken die Kinder ‚Füürstei’ und ‚Mandärindli’. Seit einigen Jahren besteht auch die Chatzä- oder Guuggämusig Höllochpfupfer.

Während der Fastenzeit üben sich die Buben und Mädchen im Chlefälä. Erstaun-licherweise tönen die zwei Holzbrettchen in jeder Hand anders. Gute Spieler unterscheiden zehn Teile, die alten Ordonnanzmärschen entlehnt sein sollen. Seit 1964 besteht in Schwyz ein Priischlefälä, welches mitgeholfen hat, den alten Brauch vor dem Vergessen zu bewahren. Oft wird auch spontan zu Musik ‚gchlefälät’, um den Rhythmus des Spiels zu unterstützen.

Zu den grossen Momenten der Bauernsame gehören Alpfahrt und Alpabfahrt; am eindrücklichsten sicher bei der Glattalpauffahrt zu beobachten. Immer im Juni zieht auch eine grosse Herde Schafe von Illgau kommend Richtung Bisisthal. Einige Bauern unseres Tal’s lassen es sich nicht nehmen, ihr Vieh zu schmücken und den Tieren voran durch’s Dorf zu schreiten. Es ist der Stolz eines jeden Älplers und verlangt vom Automobilisten ein bisschen Nachsicht. Auf vielen Alpen des Muotatals wird noch jeden Abend der Alpsegen gerufen. Er ist Ausdruck der Verbundenheit des Menschen mit Gott, aber auch des Glaubens und Vertrauens in Gebet und Tradition.

Der Tradition entsprechend darf ab dem ersten August ‚Wildiheu’ gemäht werden. Damit verbunden ist der Brauch des Zirk näh’, wo mittels Losentscheid (Hälmlä) die einzelnen Planggen unter den Bewerbern verteilt werden. 

 

Mit dem Herbst nahen die Vieh- und Warenmärkte mit Musik, Tanz und Hafächabis. Mensch und Tier freuen sich, wieder im Tal unten zu sein und zeigen dies mit ausgelassener Freude. Zum Herbst gehört auch die Chilbi oder eben Kirchweih. Auf der Glattalp, im Ried oder im Hinterthal finden grössere und kleinere Chilbenen statt, doch liegt bei all diesen Anlässen der Schwerpunkt auf dem gemütlichen Beisammensein und weniger beim Rummel mit Bahnen und lauter Musik.

Zum Brauchtum gehört auch das Muotathaler Volkstheater, welches Jahr für Jahr im Spätherbst einige tausend Besucherinnen und Besucher anlockt und verzaubert. Spiel, Sprache und Witz tragen gleichermassen zum Erfolg dieser Tradition bei.

 

Eine starke Bindung hat die Bevölkerung auch an das Schwingen und andere Sportarten. Das sportliche Kräftemessen – sei es im Einzel- oder Mannschafts-wettbewerb – hat im Tal der Muota Tradition. Herausragende Sportler wie Heinz Suter oder der Handballclub sind Beispiele dafür. Sie helfen immer wieder mit, die Jugend zu begeistern und die Nachfolge anzutreten. Das vielfältige Vereinsleben hält die Gemeinde lebendig.

Zum Brauchtum im Muotatal gehört aber auch das spontane Musizieren, Singen und Juuzen in den Wirtschaften. Seit Jahrzehnten überlieferte Melodien bilden hier eine Identität und erfreuen ‚Hiäsige’ und ‚Usser’ gleichermassen. Kenner wissen, dass sich im Muotatal einige musikalische Besonderheiten erhalten haben. Der reichhaltige Schatz wird gepflegt und gehegt. Daneben entsteht auch immer wieder Neues. „Im Muotaland isch schöön, …“

Besondere Beachtung findet jeweils die Moosfahrt, welche nur alle 25 Jahre, letztmals im Jahr 2002, stattfand. Ursprünglich ein Sittenspiel in mehreren Szenen und wechselnden Standorten, ist es heute eine gross angelegte Schau der im Muotatal vertretenen Berufe, Gewerbe und Vereine, die sich an einem Umzug den Besuchern präsentieren.

Neben diesen Bräuchen existieren viele kirchliche Bräuche, angefangen beim Dreikönigs-singen, über die Maiandacht, die Prozessionen und Wallfahrten bis hin zum Chlaus- und Weihnachtsbrauchtum.

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